Zwickau nimmt Platz – Dem Neonazi-Aufmarsch am 01.05.10 widersetzen!

Innenstadt soll außen vor bleiben

30. April 2010 – Freie Presse:
»Bestimmungen zum Aufmarsch«

Zwickau. Nur unter Auflagen dürfen die 200 gemeldeten NPD-Anhänger morgen durch Zwickau marschieren. Die Route hat das Landratsamt vorgeschrieben: In die Innenstadt dürfen die Rechten keinen Fuß setzen. Die Strecke führt nach einer Kundgebung (12 Uhr) vom Bahnhofsvorplatz über Bahnhof-, Luther-, Werdauer und Crimmitschauer Straße zu den Kunstsammlungen, wo es eine zweite Kundgebung gibt. Der Rückweg führt in einem Bogen über Heine-, Leipziger- und Römerstraße zum Georgenplatz und über die Reichenbacher Straße zum Bahnhof, wo es eine Abschlusskundgebung gibt.

Die Veranstaltung ist bis 18 Uhr angemeldet. „Dann wird sie abgebrochen, egal, wo sich der Aufzug gerade befindet“, kündigte Bernd Gersdorf an, 2. Beigeordneter des Landrats. Da die Landkreisbehörde befürchtet, dass die NPD-Angänger am Haus der Gewerkschaften auf Widerstand treffen, gibt es einen Plan B. Der besagt, dass der Aufmarsch auch auf der Reichenbacher Straße beginnen kann. Was die NPD nicht darf, ist Flyer verteilen. Das wollten die Rechten zwar, doch das Landratsamt hat es verboten. „Wir haben die Vorlage im Internet gefunden, und der Inhalt war mehr als fragwürdig“, so Ordnungsamtsleiterin Birgit Ehrhardt.

Zwar sind für morgen zwei Demonstrationen angemeldet, aber nur ein Aufmarsch. Das heißt, wer dem DGB von der Kundgebung ab 9.30 Uhr auf dem Hauptmarkt zum Festakt ab 11 Uhr an die Bahnhofstraße folgen will, sollte das individuell tun und nicht in einer großen Gruppe. Das gilt auch für die Teilnehmer des Friedensgebets – wenn sie anschließend vom Dom in Richtung Bahnhof laufen. (sth)